Olympische Spiele
ISAF Olympic Kitesurf Versuche Santander
Start der ISAF Trials
Der 21. März 2012 ist eine neue Stufe auf dem Weg des Kiteboardens, ein Teil der olympischen Segelwettbewerbe und der ISAF-Segel-Weltmeisterschaft zu werden.
18 Kiter aus 10 Nationen und von 4 Kontinenten werden zeigen, wozu das Kiteboarding fähig ist. Ein Evualierungspanel der ISAF, das aus Mitgliedern des ISAF-Windsurf- und Kiteboarding-, des Veranstaltungs- sowie dem Ausrüstungskommittee besteht, wird alle Daten sammeln und daraus einen Bericht erstellen, die es beim nächsten ISAF-Treffen in einem halben Jahr vorstellen wird.
Die Teilnehmerliste ähnelt bereits jetzt dem Who is Who der internationalen Kitingszene: Beide Weltmeister der Herren - Johnny Heineken für den Sprint und Damien Leroy für den Slalom – sind vertreten, genau wie die Sprintweltmeisterin Steph Bridge. Die Europameister Julien Kerneur und Katja Roose sind auch dabei, genau wie der frisch gekürte Asienmeister Yo Pudla Narapichit. Diese Liste wird durch ein breites Spektrum von nationalen Meistern ergänzt. Die täglichen Kiter-Besprechungen sind auf 9 Uhr festgelegt, in denen der Plan für die kommenden Tage diskutiert und die aktuellen Rennen angekündigt wurden.
Bericht ISAF Kiteboarding Trials Tag 1
Hier in Nordspanien findet man wirklich eine grosse Ansammlung von Spitzenseglern aus aller Welt.
Leider war der Wind nicht stark genug – das Rennkommittee hatte die Rennstrecke für den Tag festgelegt und musste sie immer den wechselnden Winden anpassen, aber der Wind erreichte nie eine entsprechende Stärke. Deshalb wurde das Rennen um 16 Uhr abgebrochen.
Die Evaluierung geht heute zuerst mit dem Sprint weiter und als zweites folgt das Slalom, wenn es der Wind erlaubt.
Bericht ISAF Kiteboarding Trials Tag 2
Mit dem Sonnenschein und den hohen Temperaturen gab es auch am zweiten Tag Wind an den ISAF-Format-Versuchswettkämpfe in Santander. Nach der morgendlichen Besprechung begab sich die gesamte Kiteboardingflotte nach Playa Sardinero, um ihr Equipment vorzubereiten und dafür bereit zu sein, wenn der Wind zu blasen begann.
Leider dauerte es bis 13 Uhr, bis sich Windrichtung und – stärke so stabilisiert hatten, dass die Wettkämpfe stattfinden konnten. Das Rennkommittee kündigte zuerst an, zwei Standard luvseitige/leeseitige Sprints zu veranstalten, um eine Grundlage zu haben, bevor man alle neuen Rennmöglichkeiten auf der Agenda testet.
Beide Rennen liefen unter einfachen Bedingungen ab (zwischen 6 und 9 Knoten bei einem Rennen über zwei Runden mit einem leeseitigen Tor, um jedermann einen Eindruck von den Fähigkeiten des heutigen Kiteboarding-Rennsports zu vermitteln). Dann veränderte das Rennkommittee das Rennen schnell zu einem Standard-Lee-Slalom mit einem Halbwindstart – währenddessen gingen die Segler zu den Rennstrecken der Multirumpfboote und Skiff-Versuchen, um diese schönen neuen Boote zu fahren. Trainer und Zuschauer waren von den Geschwindigkeiten und den Luv-Winkel der Bretter beeindruckt.
Eine vollständige Slalomrunde startete danach, wobei sich die Halbwindstarts als schwierig erwiesen, dennoch gab es viel Action an den Halsentonnen und auch einige Beinahe- und Totalzusammenstöße.
Am späten Nachmittag begaben sich die ganze Flotte und der ISAF-Stab wieder zurück in das CEAR-Segelzentrum, um dort über die Erfahrung der Rider mit den von ihnen heute getesteten Formate und die zu berücksichtigenden Möglichkeiten zu sprechen.
Morgen werden zwei neue Rennformate in verschiedenen Anordnungen getestet und zwar Short Track und Enduro. Nach der Feedbackphase werden die Kiter aus dem Evaluierungspanel über weitere Tests der erfolgreichsten Formate sprechen.
Im Allgemeinen ziehen wir hier auch an Land überwältigendes Interesse auf uns, wo einige Rider morgens ihr Equipment den Multirumpfboot- und Skiff-Seglern, sowie den Trainern und den Vertretern der nationalen Mitgliedorganisationen zeigten. Aber auch auf See zogen wir ein grosses Interesse bei den Besatzungen der Unterstützungsboote der Multirumpfboot- und Skiff-Versuchen auf uns.
Die Rennen gehen heute weiter mit einer guten Wettervorhersage für den ganzen Tag, was uns ermöglichen sollte, den ersten Schritt der Versuche abzuschliessen und dann weitere Renn- und Scoring- Möglichkeiten zu untersuchen.
Die ISAF-Kiteboarding-Versuche werden am Sonntag, den 25.3. enden und das ISAF-Evaluaierungspanel wird dann einen Bericht für die ISAF-Konferenz in einem halben Jahr in Stresa vorbereiten.
Bericht ISAF Kiteboarding Trials Tag 3
Der dritte Tag in Santander begrüsste uns mit Sonnenschein und viel Wind. Die morgendliche Rider-Besprechung war von einer lebhaften Diskussion über die 6 unterschiedlichen Rennformate geprägt, welche das Rennkomitee vorbereitet hatte. Dies schloss den Enduro mit zwei verschiedenen Rennoptionen und dem obligatorischen Springen auf den Halbwindabschnitten, ein kurzes Viereckrennen, einem Lee/Luv-Rennen mit zwei Toren an beiden Enden und zwei Optionen für Short Track, eine mit und eine ohne Tore.
Die Rider und das Rennkomitee fuhren um 10 Uhr auf die Rennstrecke und setzen den Start für die erste Option auf 11 Uhr fest. Es sollte für jeden auf dem Wasser ein geschäftiger Tag sein, für die Kiter und besonders für die Bojensetzer, denen es gelungen ist, die vielen Bojen auf dem Wasser in sehr kurzer Zeit zu versetzen.
Die Enduro-Rennen haben einige interessanten Einsichten bezüglich des Slalom- und des Springparts geboten. Einige dieser Erfahrungen werden sicherlich ihren Weg in das endgültige Vorschlagspapier des ISAF-Evaluierungspanels für die Versammlung der ISAF im Mai in Stresa finden.
Das Viereckrennen hat auch bewiesen, dass es interessante Bestandteile hat, sowohl für Lee- und Luvtaktiken und wird höchstwahrscheinlich in das Endformat eingehen.
Das Lee/Luv-Rennen mit zwei Toren sah für die Zuschauer ein bisschen konfus aus, auch wenn es viele taktische Optionen bot.
Das letzte versuchte Format war das Short-Track-Rennen mit zwei Toren und einem Halbwindstart, was sich wirklich als spektakulär und auch als wirklich taktisch erwies, wegen der vielen Optionen, die man durchgehen musste. Dieses Rennen soll in Gruppen und im KO-Verfahren ablaufen, was ein absolutes neues Ding in der Welt des Segelns wäre.
Alle Rider trafen sich am Abend mit dem Evaluierungspanel, um ihm ihr Feedback über die verschiedenen Rennoption und die Möglichkeiten, sie zu verbessern, zu geben.
Es fehlen noch zwei Versuchstage, um ein vollständiges Rennformat mit den besten Formaten aus allen zu entwickeln, bevor das Evaluierungspanel seinen Bericht dem Veranstaltungskomitee vorstellen wird, was wiederum auf der Grundlage dieses Berichts seine Entscheidung treffen wird.
Bericht ISAF Kiteboarding Trials Tag 4
Der vierte Tag in Santander war eine Art Ruhetag, das dem Evaluierungspanel für die Kiteboardingversuche die Möglichkeit gab, ihre erste Schlussfolgerungen zu den Vorschlägern der 18 Seglern aus 10 Nationen und von 4 Kontinenten zu ziehen.
Eine Ausrüstungsschau wurde dann für das ISAF-Equipement-Komitee im Bootpark durchgeführt, bevor das Evaluierungspanel die Konferenzräume für weitere Gespräche und das Feineinstellungen der Rennoptionen aufsuchte.
Um 14 Uhr zog eine kleine Brise von 6-7 Knoten auf, was den Kitern erlaubte, sich auf die Rennstrecke zu begeben und die Multirumpfboote und Skiffs zu testen. Sie nutzten auch die Möglichkeit, auf dem Wasser sich mit dem ISAF-Präsidenten Goran Petersson und seiner Vizepräsidentin Teresa Lara zu unterhalten und ihnen das Equipment und die Taktiken auf dem Wasser zu erklären


Der Slalom-Weltmeister von 2011, Damien Leroy, und der Sprintweltmeister von 2011, Johnny Heineken, erklärten über eine Stunde lang Goran and Teresa unseren Sport.
Heute war auch ein Schautag für Höchstleistungen - das Skiff- and Multirumpf-Evaluierungspanel bestätigte die Windangaben von 6-8 Knoten Maximum und die Kiteboards fuhren auf den Strecken für die anderen Boote mit mehr als 25 Knoten Geschwindigkeit und wunderbaren Leewinkeln. Jetzt redet definitiv jeder über dieses günstige Hochleistungswasserfahrzeug
Nachdem sie für eine weitere Stunde die anderen Boote gefahren hatten, begaben sich die Kiteboarder zurück zum CEAR, wo die Gespräche über die vorgeschlagenen Kiteboardingformate für die Segelweltmeisterschaften und die Olympischen Spiele weitergingen.

Morgen enden die ISAF-Kiteboarding-Versuche mit der Simulation aller Rennmöglichkeiten für eine vollständige Veranstaltung. Dies wird ein Viereckrennen für die Eröffnungsrennen, ein Viereckslalom für die Finalrunden und ein Short-Track-Rennen mit einem Halbwindstart für die Medaillenrennen sein.
Das-ISAF-Evaluierungspanel wird daraufhin seinen Bericht für das Treffen in Stresa (Italien) vom Mai 2012 verfassen.
Bericht ISAF Kiteboarding Trials Tag 5
Die ISAF-Kiteboarding-Formatversuche von 2012 begannen am Tag 4 mit einer ausführlichen Diskussion über die zukünftige Strategie, Kiteboarding zu einer olympischen Disziplin zu machen. Es zeigte sich während dieser Woche, dass der Bericht des ISAF-Evaluierungspanel positiv ausfallen wird und dass jeder das Kiteboarden so schnell wie möglich bei Olympia sehen wollte, aber mit zurzeit nur zwei verfügbaren Medaillen für Windsurfen und Kiteboarden wird sich dies wohl als schwierig erweisen. Schliesslich ist es alles eine Frage der Politik und sicherlich ist die beste Variante, noch zwei Medaillen vom IOC zu bekommen.
Um 15 Uhr packte jeder seine Ausrüstung zusammen und alle begannen wieder nach Hause zu fahren, wo die Gespräche mit dem Mitgliedsverbänden beginnen werden, nun nachdem das Kiteboarden bewiesen hat, dass es keine Probleme mit dem Rennmanagement und der Organisation gibt und dass Kiteboarding neue und aufregende Rennformate anbietet. Es wurde auch klar, dass Kiteboards bei weitem das leistungsfähigste Segel-Wasserfahrzeug ist, was zu der Spannung der Zuschauer und der Medien beiträgt.
Das aus den Diskussionen entsprungene Veranstaltungsformat wird eine Kombination von zwei verschiedenen Flotten-Rennformaten auf der Grundlage eines Luv/Lee-Rennen sein, aber mit einem zusätzlichen Slalomteil, das nicht nur die taktischen Fähigkeiten der Segler, sondern auch ihre Fähigkeit, mit ihrem Equipment umzugehen, zeigt. Die absolute Neuigkeit ist, dass das Medaillenrennen ein direktes KO-Verfahren auf einer neuen Short Track-Strecke mit einem Halbwindstart ist. Dies ist vergleichbar mit den Rennen des America’s Cup und bei weitem das Spannendste, das wir alle hier in Santander seit langem gesehen haben: Halbwindstarts ausser Rand und Band, unglaubliche taktische Möglichkeiten der Lee- und Luvabschnitten mit Toren, was eine Vielzahl von Durchfahrtsmöglichkeiten und Positionswechseln und ein Halbwindfinish, das die Flotte schön vor dem Finish aufreiht und den Zuschauern und den Medien erlaubt, interessante Bilder zu machen.
Die ISAF wird nun einen Bericht für den Maikongress vorbereiten, wobei wir herausfinden werden, wie man eine Lösung für das Kiteboarden und Windsurfen finden kann.
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Quelle: IKA
